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WARLORD - Live, Keep It True Festival, 20.04.2013

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WARLORD ( or as I learned from my spanish mates, WARRRRLORD) waren für mich der Hauptgrund, auf dem 'Keep It True' mitzurocken.

Die Chance, die Pioniere des Epic-Metal in Personalunion Bill Tsamis und Mark Zonder Live zu sehen, entfaltet sich nicht oft und um so größer ist natürlich die Erwartungshaltung.

2002 wurde jene für mich zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.
Und 2013?

Nun ja. Es braucht schon eine gewisse Hingabe, um dem Auftritt beim diesjährigen KIT positiv zu resümieren. Ich zitiere mal aus dem Auditorium: "Mann, das war der schlechteste Auftritt, den ich je auf dem 'Keep It True' erlebt habe". So weit würde ich jetzt nicht gehen, aber es ist auf jeden Fall eine Menge schief gelaufen. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Zunächst negativ war die ungewöhnlich lange Umbaupause mit einem ewigen Soundcheck. Dann ein unglücklicher Start, wo sich Intro an Intro reihte und der Spannungsbogen abflachte wie ein abgestandenes Bier. Die ersten Töne von "Deliver Us From Evil" scheinen direkt zu versöhnen, wobei sich der lange Soundcheck dann schnell als unnötig herausstellte - der Bass viel zu laut und Gitarre kaum vernehmlich.

Die Achillesverse an diesem Abend ist das ureigene Problem von WARLORD, einen passenden Sänger ans Mikro zu stellen. Die Entscheidung, Giles Lavery den temporären Live-Posten zu geben hat die gleiche Qualität wie die Idee, Erick Ribbeck als Bundestrainer zu berufen.
Den Auftritt von Giles war lediglich "bemüht im Rahmen seiner Möglichkeiten". Aber das reicht nun mal nicht für einen Headliner. Auch wenn er stimmlich eigentlich eine gute Wahl ist, war seine Performance der totale Abturner.


Optisch, motorisch und charismatisch kam er wie Sack Kartoffeln rüber und war leider entsprechend unfähig, die Magie der Songs gebührend zu transportieren. Denn die Songs (inklusive neuem Material) waren natürlich allesamt in Ordnung und sind normalerweise durch nichts kaputt zu kriegen.

Titel wie "Aliens", "Child Of The Damned", "Winter Tears" oder auch "Winds Of Thor" sind eine Liga für sich und gehören in jedes Ohr mit Anspruch.

Ich gebe mich also meiner Hingabe hin und bewerte den Gig dennoch als sehens- und vor allem hörenswert.
Witzig war auf jeden Fall noch Bassist Philip, der aussieht wie Whoopy Goldberg und einen richtig guten Job gemacht hat. Sein Einsatz bei "Soliloquy" war absolute Oberklasse und verdient eine extra Bemerkung.
Paolo Viani an der zweiten Gitarre war schon vor 11 Jahren mit dabei und war wiederum eine gute Stütze - trotz vieler technischer Nickligkeiten, mit denen er kämpfen mußte.

Mark Zonder hat seinen Striemel auch bestens runtergezogen - schließlich hat er mit Abstand die meiste Live Erfahrung. Bill Tsamis war sichtlich (gesundheitlich) angeschlagen und dennoch der Fels in der Brandung. Der Mann hat es einfach! Und seine Worte ans Publikum stimmten auch versöhnlich.

Insgesamt hatte der Auftritt den Charme einer WARLORD-Probe ... und dadurch hat es doch eigentlich wieder etwas.
Und das nächste Mal rufen sie vielleicht Joacim Cans wieder an?

Dann wird es hoffentlich wieder der erhoffte Triumphzug und ich setzte wieder alles auf die Karte WARLORD :-)


Giles Lavery: Vocals
William J. Tsamis: Guitar
Mark S. Zonder: Drums
Paolo Viani: Guitar
Philip Bynoe: Bass
Angelo Vefeiadis: Keyboards